Saturday, March 11, 2006

EDV im Krankenhaus

Krankenhäuser sind in der Regel Institutionen mit einer Unmenge an Rechnern. Aber wirklich effektiv eingesetzt werden können diese nicht. Es ist grausam wieviel Zeit Ärzten täglich durch hochgradig ineffizient umgesetzte Software verloren geht. Genau diese verlorene Zeit wird entweder zu Überstunden oder geht zu Lasten der Patientenversorgung. Aber nicht nur die Ärzte und Schwestern leiden unter mangelhafter Software. Auch die ohnehin knapp besetzten IT-Abteilungen dekompensieren.
Als Assistenzarzt erlebe ich tagtäglich die Schwachstellen unseres Systems. Gespräche mit einem österreichischen Kollegen haben gezeigt, dass die IT in deutschen Krankenhäusern weit hinter der anderer Länder hinterherhinkt.
Wie kann man die Lage verbessern und so effizienter arbeiten ?
Dem Krankenhausmanagement muss das Problem bewusst gemacht werden. Oft ist gar nicht bekannt, dass es da ein Problem gibt. Denn das Management muss die Software ja nicht bedienen. Und viele Kollegen finden sich mit dem Problem ab. Überstunden werden in der Regel nicht bezahlt und so muss es Ziel jedes Arztes sein, eine bessere IT zu fordern.
Zeitraubend sind viele kleine Dinge. So lässt sich in viele Masken nicht mit der mittleren Maustaste scrollen. Das führt dazu, dass man ständig zwischen Maus und Tastatur wechseln muss. Noch viel gravierender ist, dass man nur eine Instanz des Programms aufrufen kann. Schreibt man also gerade einen Brief, muss man diesen erst beenden bevor man beispielsweise eine Untersuchung für einen Patienten anmelden kann. Eine Sache , die soviele Klicks erfordert, dass es sich am Tag locker auf 15-20min Zeitersparnis bringen liesse. Verbindung zu anderen Programmen ? Fehlanzeigen. Separates Programm für Laborwerte. Separates Programm für Diagnosen. Separates Programm für die Erfassung von Verläufen. Separates Programm für Röntgenbilder. Interaktion ? Fehlanzeige.
Mal eben während des Briefschreibens ein Röntgenbild anschauen ? Hochgradig ineffizient. Geburtsdatum des Patienten raussuchen. Im separaten Programm mühsam eintippen. Patient im separaten Programm auswählen. Röntgenbild raussuchen und anschauen. Übernahme der Befunde geht maximal per Zwischenablage. Umständlicher geht es gar nicht. Mögliche Zeitersparnis pro Tag 5-10min. Abgesehen davon könnte durch eine angenehmere Art und Weise die Bilder anzuschauen auch die medizinische Versorgung verbessert werden.
Von Features wie Befundversand per Fax oder multiuserfähigen Verlaufserfassungsapplikationen oder klinkweiten EDV-gestützten Terminvergabesystemen möchte ich hier gar nicht reden. Das folgt in einem späteren Eintrag.

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